Otto Eder & Heliane Wiesauer-Reiterer

Sein Mut, immer wieder einen neuen Weg zu versuchen, um zum Ziel zu gelangen, scheint mir ein besonderes Merkmal zu sein. (Fritz Wotruba)

Eder hatte schon eine bestimmte Vorstellung: Die Figur als Ausgangspunkt, die Reduktionsarbeit an der Figur, um sie umzuwandeln zu etwas Symbolhaftem. (Kristian Sotriffer)

Heliane Wiesauer-Reiterer:

1967 lernte ich Otto Eder bei seiner Ausstellung im Künstlerhaus, Französischer Saal, Wien kennen. Er stellte archaische Skulpturen aus. Aus dieser ersten Begegnung erwuchs eine langjährige Freundschaft zwischen Otto Eder, meinem Mann Ernst und mir. Eder lud mich jedes Jahr zu den Bildhauersymposien ins Krastal ein. 1974 erwarben Ernst Reiterer und ich die erste Skulptur von ihm. Das war der Beginn unserer Sammeltätigkeit. Gemeinsam mit Eder und anderen Künstlern arbeiteten wir am Aufbau des Vereins „Begegnung in Kärnten – Werkstätte Krastal“ und an der Organisation der Bildhauersymposien im Krastal. 1982 starb Otto Eder.

Ernst und ich, setzten uns viele Jahre für den Erhalt von Eders künstlerischem Nachlass ein und organisierten zahlreiche Ausstellungen in Österreich.

Die menschliche Figur war Eders Thema ebenso wie meines, wenn auch unsere Wege anders verliefen. In den 1950er und 1960er Jahren arbeitete Eder an Dübelplastiken und an sehr reduzierten Marmorskulpturen. Seit 1967 widmete er sich primär großformatigen Skulpturen, die er während der Bildhauersymposien im Krastal erarbeitete.

1969-1973 malte ich im Krastal Steinbrüche, Landschaften und Figuren. Meine Beschäftigung mit der Skulptur begann 1974, wobei mir das Ausgangsmaterial zunehmend wichtiger wurde. Aus gefundenen Holzbrettern nagelte ich lebensgroße Figuren und Köpfe, die ich anschließend bemalte. In den folgenden Jahren widmete ich mich im Krastal primär der Steinskulptur.

Eröffnung

Samstag, 20. Juni 2026, 19 Uhr


Ausstellungszeitraum

20. Juni bis 26. Juli 2026

Otto Eder (*1924 in Seeboden, Kärnten, † 1982)

1948-1951 Akademie der Bildenden Künste in Wien (Prof. Fritz Wotruba), ab 1967 Arbeit im Krastal, Begründer des Vereins „Begegnung in Kärnten – Werkstätte Krastal“, zahlreiche Preise und Ehrungen: 1962 Österreichischer Staatspreis für Bildhauerei, 1971 Preis des Bundesministeriums für Unterricht und Kunst bei der XX. Internationalen Kunstbiennale Florenz, 1972 Preis der Stadt Wien für Bildhauerei und Förderungspreis der Theodor Körner Stiftungsfonds zur Förderung von Wissenschaft und Kunst, 1982 Freitod

Heliane Wiesauer-Reiterer (* 1948 in Salzburg)

1948–1966 Argentinien u. Holstein/BRD, 1968–73 Akademie der bildenden Künste Wien, seit 1970 Mitarbeit am [kunstwerk] krastal und am Aufbau der Werkstätte Krastal/A, seit 1976 Organisation und Teilnahme an den Bildhauer:innen Symposien und Ausstellungen im Krastal, Zahlreiche Preise, Stipendien und Auszeichnungen, vertreten in Museen, öffentlichen und privaten Sammlungen im In-und Ausland.

www.wiesauer-reiterer.com