Seit einigen Jahren entdecken KünstlerInnen den oft als konservativ definierten Papierschnitt für sich neu, um die engen Grenzen der Arbeiten auf und mit Papier zu sprengen und neue mediale Perspektiven und differenzierte Positionen zu erschließen. Als Expansion des zeichnerischen Lineaments drängt das Schnittbild längst in den Raum, wird zum dreidimensionalen Objekt oder zur Installation. Thematisch deckt es das facettenreiche Spektrum der bildenden Kunst ab: Abstraktion, Geometrie, Figuration, Konzept. Tiefenwirkung, Ornamentik, Körperpräsenz und Flächigkeit, das Spiel mit Licht und Schatten, Reflexion von Farbe oder die Kombination verschiedener Materialien müssen so exakt ausgeführt sein wie in kaum einem anderen Bereich. Die Arbeit mit Messer, Schere oder Skalpell verzeiht keine Fehler: Was weggeschnitten ist, ist verloren.

