Das war: Marie-France Goerens

Die Arbeiten von Marie-France Goerens bewegen sich zwischen Skulptur, Col- lage und prozessbasierter Materialforschung. Ausgangspunkt ist nicht die Form als Ergebnis, sondern die Handlung, aus der Form hervorgeht. Bewegung, Druck, Rhythmus und Balance schreiben sich als Linien in Material, Raum und Zeit ein – im Sinne eines Prinzips von form follows action.

Die Linie erscheint dabei nicht als Umriss oder konstruktive Setzung, sondern als poetische Geste – als körperlicher Akt, als Spur einer Bewegung, als zeit- lich bestimmtes Ereignis. In diesem Sinne lässt sich die Linie als ein Denken mit dem Körper verstehen, in Nähe zu dem phänomenologischen Ansatz von Maurice Merleau-Ponty, für den Wahrnehmung und Erkenntnis leiblich verankert sind.

Gefaltete Volumen, gekippte Achsen und gespannte Körper entstehen aus einem tastenden Prozess, in dem Material auf Handlung antwortet. Die Linie bleibt sichtbar als Kraftspur und Verdichtung von Zeit. So nähert sich die Arbeit dem Poetischen nicht über Darstellung, sondern über Präsenz – als Geste, in der Form im Vollzug entsteht.

 

Die Eröffnung in Bildern:

 

Eröffnung

Samstag, 1. August 2026, 19 Uhr


Ausstellungszeitraum

2. August - 6. September 2026

Marie-France Goerens (*1969 in Luxem- burg, lebt und arbeitet in Wien)
2009 – 2014: Studium an der Universi- tät für Angewandte Kunst, Wien, Skulptur und Multimedia, Klasse Erwin Wurm, sowie TransArts bei Hans Schabus; Auszeich- nungen und Preise: Kulturhauptstadt Linz „Legal/Illegal“; Photomeeting Luxembourg, Galerie Clairefontaine; Skulpturenachse Maissau, Kunst im Öffentlichen Raum; Lu- xembourg Art Competition Nouvelle Ma- ternité

www.mariefrancegoerens.com