Ortags Kompositionen entstehen aus dem Versuch, einen Gleichklang mit der Natur herzustellen, und aus jenem intuitiven Suchen, das den – durchaus nicht offenliegenden – Gesetzmäßigkeiten und Zusammenhängen des Gegebenen auf der Spur ist. Es ist nicht die Vorstellung von einer idealistischen Harmonie, die Ortag an seine Bilder weitergibt, sondern die Vorstellung eines nur im Augenblick gültigen Zustandes, der sich aus ordnendem Intellekt und dem stets vorhandenen Staunen über das Chaos von Außen- und Innenwelt ergibt. – Wolfgang Hilger, Katalog »Odyssey! – Andreas Ortag 1999/2000«
Die Ausstellung gewährt Einblicke in Serien von Tuschearbeiten aus den letzten Jahren. 2005 entstand während eines Artist-in-Residence-Aufenthaltes in Paliano bei Rom ein umfangreicher Zyklus von Aquarellen im Format 100 x 70 cm, dem seither weitere Serien im gleichen Format folgten. Die teils expressive Farbigkeit wandelte sich in den letzten Jahren zu Arbeiten in Tusche, zum Teil in strengem Schwarzweiß, dann wieder laviert und/oder ergänzt durch Grautöne, Asche.
Die reduzierte Palette und die meditative Arbeitsweise führte zu immer neuen Blättern, einmal zart und verhalten, dann wieder kräftig in Duktus und Struktur.
Ergänzt werden die Tuschearbeiten durch Lithographien, die meist einen langen Entstehungsprozess durchlaufen – großformatige, vielfarbige Blätter mitunter über Jahre. Dabei entstehen in der Regel keine Auflagen, sondern Unikatdrucke als Ergebnis der handwerklich-spielerischen Auseinandersetzung mit dem Lithostein.
