Norbert Pümpel präsentiert in dieser Ausstellung hauptsächlich Werke der letzten Jahre. Mit den Nympheas – Bilder zum Krieg zeigt Pümpel Betroffenheit über den Ausbruch des Ukrainekrieges. In vornehmlich düsteren Bildräumen erscheinen floral anmutende Formen oder angedeutete Blütenknospen, nicht als naturalistische Darstellungen, sondern als aufgeladene Zeichen zwischen morbidem Verfall, Fragilität und der latenten Möglichkeit des Aufblühens. Auch die Klagelieder entziehen sich einer eindimensionalen Deutung, sie zeigen Blüten ohne Bezug zu einer botanischen Wirklichkeit, eher transportieren sie Befindlichkeiten und Stimmungen, sind Zeugnis einer ganzheitlichen Ästhetik, die Anästhetik mitdenkt. Zwischen poetischer Reduktion und eindringlicher Deutlichkeit sind diese Arbeiten Zeugnis einer „subversiven Kraft des Ästhetischen“, wie Pümpel selbst sagt.
Eine subtile Kritik der Metaphysik klingt in den Werken Jenseits- Versuch oder Heaven is a Magnificent Dream an. Der Globus als fragile Bühne, das Universum als Projektionsfläche menschlicher Fantasie. Das Absurde bleibt steter Begleiter in Pümpels Werken. Nicht von ungefähr lautet der Titel eines seiner Werkkataloge (Wien, 2020) Alles ist bedeutend oder unbedeutend gleichermaßen.
Zuletzt waren die Klagelieder in einer viel beachteten Ausstellung im Art Institute Shibukawa in Japan zu sehen.
