Das war: Muster Erkennung

Textile Kunst wurde lange nicht als gleichwertige Gattung in der zeitgenössischen Kunst anerkannt. Vor allem wegen der Nähe zum traditionellem Handwerk und der weiblichen Verbundenheit mit diesen Techniken. „Wo Wolle ist, ist auch ein Weib, das webt, und sei es nur zum Zeitvertreib“ – dieses Zitat des deutschen Malers Oskar Schlemmer (1888 – 1943) verkörpert den damaligen Zeitgeist und die Meinung über jene Künstlerinnen, die am Bauhaus folglich in die textile Gestaltung „verbannt“ wurden. Die Geschichte der Bauhaus-Künstlerinnen (allen voran Annie Albers) wurde mittlerweile aufgearbeitet und in den jüngsten Jahren wurden textile Techniken gebührend mit Respekt und Anerkennung gewürdigt, wie auch auf der Biennale von Venedig, 2017 zu sehen war.

Wie zeichnet sich die aktuelle Debatte um die Gleichstellung der Geschlechter in der Auswahl künstlerischer Techniken, Material und Produktion ab?

Ein Semester lang haben sich auch Studierende der Universität für angewandte Kunst (Klasse für Transdisziplinäre Kunst) mit historischen und aktuellen Formen textilen Kunstschaffens beschäftigt. Technik und Industrie, sowie Architektur und Sprache offenbaren deutlich ihre textilen Bezüge. In der Ausstellung werden sie ihre neuen Ideen und künstlerischen Ansätze präsentieren.

Es gilt, einen reflektierenden Abdruck zu erzeugen, der auch auf zukünftige Szenarien schliessen lässt. Textiles Handwerk mit seinen ambivalenten Bezügen industrieller, technischer, intimer, traditioneller und körperlicher Natur bietet dafür die ideale Oberfläche für eine Auseinandersetzung. Dieses wird auch im Ausstellungsort reflektiert: die Kunstfabrik – als ehemalige Bandweberei, an die nun ein historisches Textilmuseum angeschlossen ist – ist die geeignete Plattform, um künstlerische Produktionsprozesse auf geschlechterspezifische Affinitäten im Umgang mit Techniken zu untersuchen.

Eine Kooperation zwischen der Universität für angewandte Kunst Wien, der Kunsthalle Wien und der Kunstfabrik Groß Siegharts im Rahmen der Vienna Biennale for Change 2019.

Führung & Ausflug am 1. Juni 2019 von der Kunsthalle Wien zur Kunstfabrik Groß Siegharts und retour.
Führung durch die Ausstellung Hysterical Mining, Kunsthalle Wien Museumsquartier: 14.30 Uhr.
Abfahrt mit dem Bus um 16.30 Uhr vor dem Museumsquartier, Wien.
Eröffnung der Ausstellung Muster Erkennung: 19 Uhr, Kunstfabrik Groß Siegharts.
Rückkehr um 21.30 Uhr ab Kunstfabrik zum Museumsquartier, Ankunft um ca 22.30 Uhr
Anmeldung erforderlich unter: rsvp@kunsthallewien.at

Die Eröffnung in Bildern:

Eröffnung

1. Juni 2019, 19 Uhr

Ausstellungszeitraum

2. Juni - 14. Juli 2019

 

Studierenden der Universität für angewandte Kunst, Klasse für Transdisziplinäre Kunst (TransArts): Elena Apollonio, Oscar Cueto, Lisa Großkopf, Kaja Joo, Jakob Kirchweger, Luzie Kork, Marlene Lahmer, Laura Schlagintweit, Kai Trausenegger