Lena Kohlmayr

Die Ausstellung “Vater Unser” setzt sich kritisch mit dem am weitest verbreiteten Gebet des Christentums auseinander und beleuchtet es aus unterschiedlichen Perspektiven. Ausschlaggebend für die Bearbeitung dieses Themas war eine Begegnung der Künstlerin mit einem Mann aus Afghanistan im Jahr 2017 und ein in deren Folge entstandenes Video. Es zeigt einen jungen Mann, der bemüht ist, das Vater Unser in gebrochenem Deutsch als Vorbereitung für seine Taufe auswendig aufzusagen. Er hat sich entschieden aus dem Islam auszutreten und ins Christentum einzutreten. Kirchliche Organisationen sind oft wichtige neue Gemeinschaften für Asyl-Suchende und übernehmen Funktionen, bei denen der Staat aussetzt. Dem gegenüber steht der verbreitete Anspruch und die Forderung auf kulturelle Integration sowie der Vorwurf durch den Konfessionswechsel die Chancen auf Asyl zu erhöhen. Die in der Ausstellung versammelten Arbeiten sezieren den Gebetstext, suchen die Ironie im Ritual und verweigern sich Antworten auf komplexe Fragestellungen zu sein.

Eröffnung

3. Oktober 2020, 19 Uhr

Ausstellungszeitraum

4. Oktober bis 8. November 2020

 

Lena Kohlmayr (*1988, Wien)

Studium der Architektur an der TU Wien; danach Social Design an der Universität für angewandte Kunst Wien; Diplom 2018 mit dem Projekt Oskar nimmt Platz Raum für gepflegte Unruhe”; seit 2019 arbeitet sie an der Angewandten und konzipiert dort in einem kollaborativen Prozess das jährlich stattfindende Angewandte Festival. In ihrer eigenen nstlerischen Praxis arbeitet sie performativ, interaktiv und installativ, ihre Arbeiten befragen gesellschaftspolitische Themen räumlich und inhaltlich.

lenakohlmayr.com