Das war: Jochen Höller

In Zeiten des Digitalen steht bei Jochen Höller das analoge Buch im Zentrum seines künstlerischem Schaffens. Nicht Bücher, die er selber schreibt, sondern Bücher als Material für Objekte und Textcollagen. “Texte sind meine Basis, Bücher mein Material – ihre Inhalte erzeugen eine Vorstellung der Welt, doch ein geänderter Blick lässt sie uns wieder anders begreifen – die Welt ist sozusagen eine Aneinanderreihung relativer Wahrheiten – oder ist sie letztlich nie so, wie sie uns erscheint?”, fragt der Künstler.

So hat Höller berühmte ökonomische Wälzer wie Marx’ “Kapital” und Simmels’ “Philosophie des Geldes” nach den Worten „Geld“, „Wert“ und „Mehrwert“ durchsucht, diese Worte sorgfälltig aus dem Text herausgetrennt – um aus den Papier-Schnipseln eine Text-Skulptur entstehen lassen.

In der Kunstfabrik Groß Siegharts präsentiert Höller seine neueste Rauminstallation: eine Wolke, die über den Köpfen der BesucherInnen kreist, und die die wichtigsten Fragen des Lebens enthält: auch diese Fragen sind 63 Büchern entnommen und – würde man sie aneinanderreihen – wären sie insgesamt 1,8 Kilometer lang.

Die Eröffnung in Bildern:

Eröffnung

31. August 2019, 19 Uhr

Ausstellungszeitraum

1. September - 6. Oktober 2019

 

Jochen Höller (*1977, Amstetten)
Studium der Bildhauerei an der Kunstuniversität Linz; 2011 gewann er den Walter Koschatzky Wettbewerb, 2016 den Strabag Art-Award sowie 2018 den Werte-Award der Strabag und den 1. Preis des Bibelwerk Austria “transformiert statt ausrangiert” für die Bücherskulptur “Stairway to Heaven”; er hat seine Werke auf über 40 nationalen und internationalen Ausstellungen und Kunstmessen präsentiert

www.jochenhoeller.com