Die Ausstellung „The Noise of Painting“ von Jasmin Edelbrunner im Projektraum junge Kunst ist derzeit zwar nicht zu besuchen, aber virtuell zu erleben:

 

 

 

Jasmin Edelbrunner hat an der Universität für Angewandte Kunst Grafik studiert und hat bereits einmal an einer Gruppenausstellung in der Kunstfabrik teilgenommen. Der komplett weiß gestrichene Webstuhl in unserem Dachgeschoss ist von ihr. Damals ging es Jasmin um das Hervorheben auf einer Masse, um der Herzeigen und Aufmerksam machen. Ähnlich ist es bei ihrer aktuellen Einzelausstellung im Projektraum.

“The Noise of Paiting” – das Geräusch der Malerei – ist der Titel ihrer Ausstellung und gleichzeitig eine Unmöglichkeit. Malerei macht keinen Lärm. Jasmin Edelbrunner präsentiert in dieser Ausstellung eine komplett neue Serie, bestehend aus drei Leinwänden, einem Video und kleinen “moving paintings” – bewegten Bildern, die im Selbstantrieb den Raum durchqueren. Die einzelnen Arbeiten stehen zwar für sich, werden von der Künstlerin aber auch als “eine Welt”, eine Gesamtinstallation verstanden.

Wenn Jasmin Edelbrunner über ihre nächste Arbeit nachdenkt, macht sie sich dazu keinen Skizzen. Sie zeichnet nichts vor, bevor sie zu malen beginnt. Was sie jedoch macht, sind Text-Skizzen, kleine Fragmente aus Wörtern und Ideen, aus denen später ein Ölbild auf Leinwand wird. In der aktuellen Serie hat sie den Text selbst zum Bild gemacht. Mit dem Finger auf das Display ihres Handys notiert, wurden die Text-Skizzen und Gedanken-Fragmente so auf die Leinwand übertragen. – Und stellen damit in Frage, was Malerei ist, sein kann und wo man ihre Grenzen ziehen soll.

Die Texte auf der Leinwand sind einerseits Kommentar zu dieser Fragestellung: „Was ist Kunst? Was ist Malerei?“ Andererseits begeben sie sich in einen Dialog mit ihrem eigenen Werktitel. “So, that’s it?” steht fragend auf der Leinwand. “Well, yes” ist die Antwort im Werktitel.

Das Video “Wir malen” zieht seine Referenzen zu youtube-Videos. Die Künstlerin lässt sich dabei – vermeindlich – bei der Arbeit zusehen. Sie steht konzentriert malend vor einer Leinwand. Doch der Schein trügt. Die Künstlerin hat gleichzeitig auch dieses Photo von sich manipuliert und digital übermalt, mit einem ganzen Haufen emsiger Blattschneide-Ameisen.

 

Jasmin Edelbrunner zeigt ihre Arbeiten auch in ihrem eigenen „digitalen Ausstellungsraum“ hier.

Jasmin Edelbrunner: Motive kommen und gehen

Apr 10, 2020