Christoph Part

„Wenn ich versuche über etwas bewusst nachzudenken und es zu planen, so kommt dabei entweder nichts oder etwas Langweiliges heraus. Irgendjemand in mir beschloss beides auszuschließen, und so wollte ich irgendetwas zeichnen,“ so Christoph Part. Die Zeichnungen ähneln deshalb eher Bildern der Wahrnehmung, als Bildern der Kunst.

Ein leeres Blatt Papier ist, sofern man etwas Bestimmtes damit vorhat, ein Möglichkeitsraum. Deshalb zieht Christoph Part exakte Linien. Wie kann man auch den Inhalt einer Zeichnung als solchen Möglichkeitsraum gestalten? Wie erschafft man Möglichkeiten der formalen und inhaltlichen Lesbarkeit? Wie schafft man Projektionsflächen?

Man kann abstrahierte oder abstrakte Formen mittels Wahrnehmungsinduktionen andeuten und durch sichtbaren Linien ineinander übergehen lassen oder trennen. So lässt man beim Lesen der Zeichnung Möglichkeiten offen. So entsteht die Wahrscheinlichkeitsform.

Zwei Dinge, zwischen denen eine räumliche Distanz liegt, können eins sein. Diesem Thema geht die Miniserie „Der Nulldimensionale Körper“ nach, wobei in jeder der drei Zeichnungen eine Verschränkung zweier Elemente entlang einer Dimension entsteht. Es stellt sich dabei auch die Frage nach dem Standpunkt des Betrachters.

Zufällig entstand die Idee, dass Linienführungen die eigentliche Gestalt offen lassen können, und dass sich die Umrisse trotzdem schließen. Man kann Etwas und Nichts gleichzeitig zeichnen. Man kann etwas Gezeichnetes zu Nichts auflösen und das Nichts zu etwas werden lassen, einfach indem man zeichnet oder danach den Blick über die Zeichnung wandern lässt. Erfasst man die Zeichnung daraufhin simultan, so entsteht Leere – ein undefinierter formaler Schwebezustand zwischen Etwas und Nichts, der Möglichkeiten der Lesbarkeit offen lässt, und die Frage nach dem Sein des Betrachters stellen kann. Auch stellt sich die Frage was Bildgrund und Bildinhalt sind?

Eröffnung

6. November 2021, 19 Uhr

Ausstellungszeitraum

7. November bis 28. November 2021

 

Christoph Part (*1977, Wien)
studierte Kunstgeschichte in Wien. Seit 25 Jahren beschäftigt er sich unter anderem mit Naturwissenschaften und Philosophie.