Annemarie Avramidis

“Unter den vielen starken Bildhauerinnen der letzten hundert Jahre gebührt Annemarie Avramidis – international gesehen – ein eigener Platz: Als Steinbildhauerin verfügt sie über eine ganz individuelle Materialbehandlung, Figurenfindung und poetische Kraft. Als Zeichnerin besitzt sie eine furiose Treffsicherheit. Als Dichterin bewahrt sie eine lapidare Strenge, die schlüssig der Verhaltenheit und Anmut ihrer Gestalten entspricht.

Mit zwölf Jahren steht für Annemarie Avramidis der Künstlerwunsch fest. Mit 15 Jahren besucht sie die Kunstgewerbeschule in Graz. Schließlich geht die junge Künstlerin zu Fritz Wotrube an die Akademie der Bildenden Künste in Wien.

Annemarie Avramidis‘ Fähigkeit, den Stein im Licht atmen zu lassen, macht sie zur „Griechin“ im besagten Sinne. Ein wichtiger Tatbestand unterstreicht dies noch: Avramidis arbeitet in ihrer Meißeltechnik wie die frühen Griechen. Jede Steinschicht wird mit dem Spitzeisen von allen Seiten gleichmäßig Zug um Zug abgetragen. Es gibt kein separates Vorgehen, etwa in der Folge: erst der Kopf, dann der Körper oder dergleichen. Vielmehr bleibt immer das ganze vorrangig im Blick. So geht bei der umfassenden Steinbehandlung eine stete Aufmerksamkeit in die Figur über und trägt ihr so eine eigene, wache Ruhe zu. Aus ihr heraus erreichen Annemarie Avramidis Geschöpfe eine Harmonie, die sich auf den Betrachter überträgt.”

– Christa Lichtenstern, Kunsthistorikerin

Eröffnung

21. September 2019, 19 Uhr

Ausstellungszeitraum

22. September - 27. Oktober 2019

 

Annemarie Avramidis (1939 – 2013, Wien)
besuchte die Kunstgewerbeschule in Graz und an der Akademie der Bildenden Künste in Wien bei Fritz Wotruba, seit den 70er Jahren regelmässige Ausstellung in Österreich und international; ihre Werke sind in allen wichtigen, öffentlichen Sammlungen des Landes vertreten (Albertina, Stadt Wien, Museum der Moderne Salzburg, Foundation Kasser USA)